Die eigenen Gefühle, Vorstellungen und Fantasien machen das aus, was man ist, und wenn man das mit jemandem teilen will, dann braucht man dafür ein kleines Wurmloch, einen winzigen Spiegel in die Welt des anderen, das andere Spiegeluniverum. Wie bei einem Stundenglas.
Zwei Menschen können jahrelang nebeneinander leben, ohne dass etwas durch das Wurmloch gelangt. Und ein einzelner kurzer Moment kann plötzlich einen ganzen inneren Kosmos übertragen.
Der enge Durchgang im Stundenglas ist nicht primär ein Kanal für Information, sondern für Resonanz, der seltene Moment, in dem ein anderer Mensch nicht bloß als Objekt im Raum ist, sondern jemand mit eigenem Innenraum.
Da reicht ein einzelnes Sandkorn, und nicht einmal das, weil es nur um den Durchgang geht, das Schlüsselloch.
Alice im Wunderland hat dieses als Grundmotiv.