Gefühle

Ganz grob habe ich bei Männern immer den Eindruck, dass Gefühle fast wie eine Krankheit oder zumindest ein Störfaktor behandelt werden. Bestmöglich ist, man hat keine Empfindung. Außer natürlich Glück, Macht, Freude, Zufriedenheit, also praktisch den Katalog angenehmer Empfindungen und Zustände, die man zum Lebensziel erklärt.

Daher kommt wahrscheinlich auch die Idee eines Himmels am Ende des Lebens und als nächsten Schritt, diesen sich ins Leben holen, anstatt ihn sich zu verdienen. Selbstverwirklichung ist eine Erfindung der Moderne. Ein richtiger Mann erreicht so einen Zustand natürlich mit westlichen Mitteln, Sport, gutes Essen, solide Arbeit und Familie, gut organisiert. Gute Gefühle sind eine Zielvorgabe, für dessen Erreichen man selbst verantwortlich ist. Self Made Mankind.

Irgendwie bin ich anders. Oder ich fühle mich anders.

Man muss vernünftig leiden können und aufhören, in Gegenpolen zu denken, also eine gesunde Melancholie entwickeln. Aufgeklärt und befreit sein Leben in die Hand nehmen und durchsetzen und sich Glück und Zufriedenheit holen, das ist egozentrische Durchsetzung statt Freiheit.

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